"Levte Geschicht op Platt" im Freilichtmuseum am Kiekeberg

50 Schüler stellten das Leben früher auf Plattdeutsch dar:

Erstes Projekt „Levte Geschicht op Platt“ im Freilichtmuseum am Kiekeberg erfolgreich

Rosengarten-Ehestorf, 13.7.2022 – Plattdeutsch lernen und Geschichte erleben – das konnten 50 Schulkinder der IGS Winsen-Roydorf, der Grundschule Moisburg und der Grundschule Tostedt bei dem Projekttag am Freitag, dem 8. Juli, im Freilichtmuseum am Kiekeberg. Mit Pantomime und szenischen Darstellungen haben die Schülerinnen und Schüler das einfache Leben vor 200 Jahren auf Plattdeutsch kennengelernt. Die Plattdeutsch-Koordinatorin des Landkreises, Rike Henties, hat erstmals das Projekt „Levte Geschicht op Platt“ mit dem Landesamt für Schule und Bildung Lüneburg initiiert, um die alte Heimatsprache an die junge Generation zu vermitteln. Die Sparkasse Harburg-Buxtehude hat das Projekt finanziell unterstützt.

Die drei Schulklassen haben die Szenen unter schauspielerischer Anleitung eingeübt und mit Requisiten vor den Hofgebäuden des Freilichtmuseums vorgeführt. Sie stellten in plattdeutscher Sprache Alltagsarbeiten von Bauernfamilien im Frühling, Sommer und Herbst des 19. Jahrhunderts dar. „Wichtig ist es, die Hürden zum Sprechen niedrig zu halten und Schülern eine spielerische Begegnung mit der Sprache zu ermöglichen. Es muss ihnen Spaß machen“, erklärte Rike Henties vorab.

Nicole Naumann, wissenschaftliche Projektleiterin der „Gelebten Geschichte“ im Freilichtmuseum, hat die „Levte Geschicht op Platt“ durchgeführt: „Bei den Darstellungen machten die Schüler eine Zeitreise durch die Jahrhunderte. In unserer historischen Umgebung fiel es ihnen leicht die alte Sprache auszuprobieren“, freute sie sich. Außerdem dankte Nicole Naumann den Schauspielenden der plattdeutschen Theatergruppen „De Bickbeern-Schweizer-Speeldeel“, „De Steenbeeker“, „De Hittfelder Speeldeel“ und „De Ebendörper Immenschworm“, die den Kindern beim Einstudieren der Szenen geholfen haben. Die „Gelebte Geschichte“ sind ehrenamtlich Darstellende, die den Besuchern mit authentischer Kleidung und Gerätschaften den Alltag auf einem Heidehof um 1804, bei Elbfischern um 1904 und von Vertriebenen in der Nachkriegszeit vermitteln.

„Wir sind sehr froh, dass die Schüler und Lehrkräfte sich in dem Projekt so lebhaft mit der plattdeutschen Sprache auseinandergesetzt haben“, sagte vor Ort Wiebke Erdtmann, Beraterin für die Region und die Sprache Niederdeutsch des Landesamtes für Schule und Bildung Lüneburg. In gleicher Funktion tätig, hat Hans-Hinrich Kahrs die Szenen geschrieben, die den Kindern das einfache Leben früher mit der Heimatsprache nahegebracht haben.

Die Plattdeutsch-Koordinatorin Rike Henties vernetzt die plattdeutschen Kulturakteure und das vielfältige Angebot im Landkreis Harburg. Sie unterstützt die Vermittlung der Regionalsprache an Menschen, die das Niederdeutsche noch nicht sprechen, z. B. Jugendliche und Kinder in Kindertagesstätten oder Schulen. Als Teil der regionalen Kulturförderung finanzieren der Landkreis Harburg und der Förderverein des Freilichtmuseums am Kiekeberg gemeinsam die Stelle.


Sonderausgabe des Videocasts „Hören, kieken, snacken“.
Politik op Platt“ über 75 Jahre Niedersachsen im Freilichtmuseum am Kiekeberg

Rosengarten-Ehestorf, 1.6.2022 – Ab sofort gibt es eine Sonderfolge der Reihe „Hören, kieken, snacken – Platt an’n Kiekebarg“ Plattdeutsch-Interessierte sehen den Beitrag zum Thema „ wurde 75 Jahre alt: Was hat sich verändert und was macht Niedersachsen aus?“ ausgehend von der Webseite www.plattfinntstatt.de auf Youtube oder hören ihn auf Spotify. Die Plattdeutsch-Koordinatorin des Landkreises Harburg, Rike Henties, spricht darin mit der Vizepräsidentin des niedersächsischen Landtages, Meta Janssen-Kucz, mit dem Landtagsabgeordneten des Wahlkreises Buchholz in der Nordheide, Heiner Schönecke, und dem Landtagsabgeordneten für das Gebiet des ehemaligen Großherzogtum , Horst Kortlang im Freilichtmuseum am Kiekeberg.

„Niedersachsen ist unsere Heimat und wir wollen uns erinnern, wo wir herkommen“, erklärt Rike Henties im Freilichtmuseum, das seit fast sieben Jahrzehnten von der Geschichte der Landbevölkerung in Marsch und Heide erzählt. „Nach der Gründung Niedersachsens 1946 kümmerten sich die Briten als Besatzungsmacht in den Aufbaujahren um die Sicherheit und das Überlebensnotwenige für die Bevölkerung, darunter um viele Heimatvertriebene. Unsere regionale Identität und der gesellschaftliche Zusammenhalt wurden dadurch stark beeinflusst – wir pflegen Traditionen und Bräuche, die wir an die nächsten Generationen weitergeben wollen.“ so Henties weiter. Niedersachsen zusammen zu halten, sei zukünftig die große Aufgabe, so Meta Janssen-Kucz, Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landtages. Viele Menschen wollen das Wissen und die Lebensweisen für nachfolgende Generationen erhalten und engagieren sich wie etwa im Förderverein des Freilichtmuseums. „Über 13.500 Mitglieder in Hamburg und in Niedersachsen sagen ‚Das ist mein Museum‘. Deshalb ist es eine schöne länderübergreifende Institution und ein Aushängeschild für Niedersachsen,“ freut sich Heiner Schönecke, MdL und Vorsitzender des Fördervereins des Freilichtmuseums am Kiekeberg.

Interessierte finden den Link zum Video- und Podcast sowie den Newsletter „Wat to weten“ auf www.plattfinntstatt.de. 2021 startete die Videocast-Reihe „Hören, kieken, snacken – Platt an’n Kiekebarg“. Durch die Corona-Pause gibt es nun erst die Sonderausgabe anlässlich Niedersachsen hat 75. Geburtstag. Monatlich erscheinen Gespräche mit Menschen aus dem Landkreis, die das Kulturgut sprechen und pflegen, auf www.youtube.de und Spotify. Auch der NDR war zu Besuch und berichtet.

https://www.youtube.com/watch?v=yN6yhpygr7A

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Landkarte des Landkreises Harburg gibt es jetzt wieder kostenlos als Poster in der Größe A1 mit Hoch-und Plattdeutschen Ortsnamen. Die Plattdeutsch-Koordinatorin hat in Zusammenarbeit mit dem För Platt e. V. und dem Institut niederdeutscher Sprache (INS) eine bunt gestaltete Landkarte auf den Weg gebracht. In den Samtgemeindebüros finden Interessierte die Landkarte mit niederdeutschen und hochdeutschen Ortsnamen. Sie ist außerdem bei der Plattdeutsch-Koordinatorin Rike Henties kostenlos erhältlich unter henties@kiekeberg-museum.de. Oder bei dem För Platt e.V.

„Oft geraten die niederdeutschen Ortsnamen in Vergessenheit. Damit die Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft nicht verloren geht, ist es wichtig die plattdeutschen Bezeichnungen fest zu halten und so das Unverwechselbare der Region zu erhalten“, sagt Rike Henties, Plattdeutsch-Koordinatorin des Landkreises Harburg. Es gibt nun eine neue künstlerisch gestaltete Landkarte mit plattdeutschen Ortsnamen. Als Poster in der Größe A1 zum Aufhängen für Zuhause, im Kinderzimmer, der Küche oder für das Büro: Die Landkarte ist auf jeden Fall ein Hingucker. „Herbert Timm hat bereits 2006 mit Otto Schneider alle plattdeutschen Bezeichnungen erarbeitet und betont, dass die genaue Aussprache, als auch die Schreibweisen durch oftmals mündliche Überlieferungen unterschiedlich ausfallen können,“ so Henties weiter. Sprache ist dynamisch und schafft somit das Bewusstsein, dass nichts statisch bleibt. Die zweisprachige Karte zeigt, dass wir dem steten Wandel unterworfen sind. Mit bunt gestalteten Illustrationen macht die Landkarte auch Menschen auf die plattdeutsche Sprache aufmerksam, die sie noch nicht aktiv sprechen.

 

Jetzt gibt es wieder neue Postkarten für große und kleine Leute. Sie dienen nicht nur zum Verschenken und Verschicken, sondern können auch wunderbar im Kinderzimmer aufgehängt oder selber noch bemalt werden. Die Plattdeutschen Namen der Wolke, des Fuchses, des Pferdes, des Apfels und des Vogels bringen die Plattdeutsche Sprache in jedes Haus. Die Postkarten sind erhältlich bei der Plattdeutsch-Koordinatorin Rike Henties unter henties@kiekeberg-museum.de.

Neu: Videos „Binanner sien mit Platt“.
Plattdeutsch bequem zuhause auf Youtube gucken
 
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Rosengarten-Ehestorf, 9.12.2021Sprachen bringen Menschen zusammen – ganz besonders gilt dies für die norddeutsche Regionalsprache Plattdeutsch. Sie klingt sympathisch, auch wenn Zuhörende nicht alles genau verstehen, was gesnackt wird. Um die Sprache im Alltag geht es in der neuen Video-Reihe im Landkreis Harburg, die der Verein „För Platt“ zusammen mit der Plattdeutsch-Koordinatorin Rike Henties ins Netz stellt. Sie startet am 13. Dezember. Dann fragen Plattdeutsch-Snacker im Landkreis: „Warum Platt?“ Und ab Januar gibt es dann monatlich neue Einblick in das Leben eines „Plattdeutschen“ in der Region. Alle Neuigkeiten zu den Videos und weiteren Plattdeutsch-Aktionen gibt es im Newsletter „Wat to weten“, Anmeldung unter www.plattfinntstatt.de an.
Die Videos portraitieren Menschen aus dem Landkreis, ihren Alltag „im Plattdeutschen“ oder besondere Projekte, in denen sie sich engagieren. Zuschauer sind dann nah dabei: Es sind quasi die Nachbarn von nebenan, die sie authentisch in ihr Leben schauen lassen. Sie sprechen in Interviews auch darüber, wie sie die plattdeutsche Sprache kennen und lieben gelernt haben – und wie die plattdeutsche Sprache heute weitergegeben wird.
 
Die Plattdeutsch-Koordinatorin vernetzt die plattdeutschen Kulturakteure und das vielfältige Angebot im Landkreis Harburg. Sie unterstützt die Vermittlung der Regionalsprache an Menschen, die das Niederdeutsche noch nicht sprechen. Als Teil der regionalen Kulturförderung finanzieren der Landkreis Harburg und der Förderverein des Freilichtmuseums am Kiekeberg gemeinsam die Stelle.
 
 
Nee: Videos „Binanner sien mit Platt“
Plattdüütsch kommodig tohuus op Youtube kieken
 
Rosengoorn-Ehestörp, 9. Dezember 2021Spraaken bringt Minschen tohoop – besünners gilt dat för de norddüütsche Regionalspraak Plattdüütsch. Dat klingt heel fein, ok wenn de Tohörers nich allens genau verstahn doon. Üm de Spraak in us Alldag geiht dat in de ne’e Video-Reeg in Landkreis Horborg, de vun den Verein För Platt e.V. tosamen mit de Plattdüütsch-Koordinatorsche Rike Henties in’t Nett stellt warrt. Dat geiht los an’n 13. Dezember. Denn antern Plattsnacker in’n Landkreis: „Wat is Platt?“ Un af Januar gifft dat jeden Maand ne’e Inblicke in dat Leven vun en Plattdüütschen in de Region. Alle Ne’en Saken un Videos un wiedere Plattdüütsch-Aktschoon gifft dat in den Rundbreev per Mail „Wat to weten“, Anmellen köönt ji jau ünner www.plattfinntstatt.de.
De Videos wiest Minschen ut den Landkreis, ehr Alldag mit dat Plattdüütsche or besünndere Vörhebben, in de se sik engageeren doot. Tokiekers sünd denn dicht bi: Dat sünd de Naverslüüd vun nevenan, de se in ehr Leven kieken laten. Se schnacken in Interviews ok doröver, wie se de Plattdüütsche Spraak kennen un leven liehrt hebbt – un ok wi de plattdüütsche Spraak hüüt an de Kinner wieder geven warrt.
 
De Plattdüütsch-Koordinatorsche bringt de plattdüütschen Kulturakteure un dat grote Anbott vun Veranstalten in‘n Landkreis Horborg tohoop. Se ünnerstütt all de Lüüd, de dat Nedderdüütsche vermiddeln wüllt un de dat noch nich spreken doon. As Deel vun de regionalen Kulturförderung betahlen de Landkreis Horburg un de Förderverein des Freilichtmuseums am Kiekeberg de Steed tosamen.
 

Neu: plattdeutsche Videocasts am Kiekeberg „hören, kieken, snacken“

„Hören, kieken, snacken“: Neu – es gibt einen Videocast „op platt“ von Rike Henties, Plattdeutsch-Koordinatorin im Landkreis Harburg. Ende August drehte sie die erste Folge mit den Muttersprachlern Heiner Schönecke und Rudolf Meyer: „Wie hat sich die Sprache verändert? Was macht das Plattdeutsche heute aus?“ Der erste Videocast ist ab Donnerstag, dem 9. September, auf Youtube zu sehen und als Podcast zu hören, den Link dazu gibt es auf www.plattfinntstatt.de.

Die Plattdeutsche Sprache in den Alltag bringen – so lautet der Ansatz der Plattdeutsch-Koordinatorin Rike Henties. Dazu sind Podcasts ideal: Man kann sie in jeder Situation hören, ob in der Bahn oder im Auto, beim Kochen oder sogar im Bett.

 

„Wir nehmen die Podcasts nicht nur zum Hören auf, sondern filmen das Gespräch mit und unterlegen das Ganze mit schönen Bilder vom Kiekeberg“, erzählt Rike Henties. „So kann jeder, auch wenn er kein Plattdeutsch kann, etwas verstehen und sich in die Sprache reinhören.“

 

Informationen gibt es noch dazu, zum Beispiel, wie sich der Umgang mit der Regionalsprache verändert hat. Für Heiner Schönecke, heute Mitglied im Niedersächsischen Landtag und Vorsitzender des Fördervereins des Freilichtmuseums am Kiekeberg, war sie Muttersprache: „Erst kurz vor Schulbeginn habe ich von einem einquartierten Flüchtling Hochdeutsch gelernt. Man könne den Jungen doch so nicht in die Schule gehen lassen“, schmunzelt Heiner Schönecke heute. Rudolf Meyer, stellvertretender Landrat im Landkreis Harburg, schnackt auch im Kreistag als Vorsitzender op platt und „alle verstehen mich gut“. Genau hier setzt auch Rike Henties an: Plattdeutsch in den Alltag bringen, ein Gefühl für die alte Sprache vermitteln und Lust auf mehr zu schaffen.


Der Name Steenbeeker ist die niederdeutsche Bezeichnung für die Einwohner von Steinbeck, einem Ortsteil der Stadt Buchholz in der Nordheide. 1982 wurde hier die Theatergruppe – Niederdeutsche Bühne Buchholz DE STEENBEEKER e. V.- gegründet.

Nachdem auch die Steenbeker wie viele andere ihre Vorstellungen „auf Eis legen“ mussten, geht es nun endlich wieder los.

In den     Veranstaltungen      finden Sie die Termine für die bunte Folge „Hack un Platt – Dat Beste vun de Steenbeekers“ mit Liedern, Sketchen und den schönsten Szenen einiger Produktionen, die ab Oktober wieder in Präsenz unter den Hygienevorschriften zu besuchen ist.

Wer so lange nicht warten kann, schaut sich den schönen Zusammenschnitt verschiedenster Sketche der Steenbeeker im Internet an:

 

 

 

Weitere Informationen gibt es auch unter https://steenbeeker.de.

Nach dem Lockdown gibt es nun Hoffnung auf den Sommer.

Den Plattdeutschen Veranstaltungskalender wird es dieses Jahr vorerst nur digital geben. Hierfür ist es wichtig, dass alle Veranstalter ihre Termine bei der Plattdeutsch-Koordinatorin melden, damit diese auf der Homepage veröffentlicht werden können. Egal ob Theater, Kurse oder Veröffentlichungen oder Vorträge. Alle Veranstaltungen, die natürlich unter den geltenden Hygiene Vorschriften statt finden müssen und mit der Plattdeutschen Sprache zu tun haben, sollen wieder gesehen und besucht werden.

Die Veranstaltung können Sie direkt HIER in das Formular eintragen.

Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung und wünschen uns einen bunten plattdeutschen Sommer mit vielen schönen Stunden.

 

Photo by Aranxa Esteve on Unsplash

Unter dem Motto „Klütern und Schnacken“ bietet Plattdeutschkoordinatorin Rike Henties seit März Online-Treffen an. Gegen fünf Euro Kursgebühr erhalten die Teilnehmer*innen vorher ein Päckchen mit den Bastelmaterialien und eine Anleitung auf Hochdeutsch und Plattdeutsch nach Hause. Über einen Link wählen sich die Teilnehmer*innen ein und können vor dem Bildschirm gemeinsam kreativ sein, Platt sprechen oder einfach nur hören. Was als Überbrückung des Lockdowns gedacht war, geht nun in die zweite Runde. Es gibt weitere zwei Termine zum „Klütern un Schnacken“.

„Ich finde dieses Format toll! Die Hürden das Plattdeutsche zu sprechen werden genommen und es ist einfacher drauf los zu schnacken!“

so eine Teilnehmerin der letzten Online-Veranstaltung am 17.4.2021. Die Teilnehmer*innen zwischen 4 und ca. 80 Jahren alt, bastelten nicht nur, sondern sangen auch bekannte plattdeutsche Lieder miteinander. Durch das Aufeinandertreffen von unterschiedlichsten Generationen wird die Niederdeutsche Sprache auf unterschiedlichste Weise gefördert und gepflegt. Auch die Herkunft der Teilnehmer*innen reichen weit. So erzählt eine junge Interessierte, deren Eltern in der Türkei geboren sind, von Plattdeutsch-AG’s in der Grundschule, an denen sie immer gern teilgenommen hat. Die Kreativkurse finden normalerweise als Präsenzkurse statt. Ab Herbst gibt es wieder zwei Angebote in Kooperation mit der VHS.

Bis dahin können sich Interessierte ab sofort für die Online-Bastelkurse am 19. Mai und 22. Juni unter Henties@kiekeber-museum.de anmelden.

Alle zwei Jahre führen die Landschaftsverbände gemeinsam und mit Unterstützung durch die Sparkassen und die Niedersächsische Sparkassenstiftung im Einvernehmen mit dem Niedersächsischen Kultusministerium und den Schulaufsichtsbehörden den Plattdeutschen Lesewettbewerb für Schülerinnen und Schüler der dritten bis dreizehnten Jahrgangsstufen durch. Zusammen mit dem Saterfriesischen Lesewettbewerb gilt er als größte Veranstaltung für Regional- und Minderheitensprachen in Europa.

Gemäß dem Erlass des Niedersächsischen Kultusministers vom 29.04.1986 ist der Plattdeutsche Lesewettbewerb für die Schüler eine schulische und für die beteiligten Lehrkräfte eine dienstliche Veranstaltung.

Im Schuljahr 2020/2021 muss der Plattdeutsche Lesewettbewerb bedingt durch die Corona-Pandemie und den damit einhergehenden unvorhersehbaren Entwicklungen in einer anderen als der bisher bekannten und gewohnten Form stattfinden: auf Schulebene und darauf aufbauend digital auf Landesebene.

 

Ziel des Wettbewerbs

Ziel des Wettbewerbs ist es, die Freude am plattdeutschen Lesen und an der niederdeutschen Sprache zu wecken. Schülerinnen und Schüler, die das Plattdeutsche nicht vom Elternhaus aus als Umgangssprache mitbringen, sondern es neu erlernt haben, sollen ausdrücklich zur Teilnahme ermuntert werden.

Der Stellenwert des Niederdeutschen zeigt sich nun auch darin, dass das Lesen und Verstehen von Texten „der Regionalsprache und mit regionalsprachlichen Bezügen“ in das weiterentwickelte Kerncurriculum für das Fach Deutsch für die Grundschulen aufgenommen wurden.

Schulen, an denen keine Lehrkräfte Plattdeutsch sprechen, sollten sich an die Berater für die Region und ihre Sprachen Niederdeutsch und Saterfriesisch im Unterricht wenden oder außerschulische „Experten“ mit plattdeutscher Sprachkompetenz hinzuziehen, die evtl. von den Heimatvereinen vermittelt werden können.

 

Teilnahmeberechtigung

Teilnahmeberechtigt sind die Schülerinnen und Schüler ab dem dritten Schuljahr der allgemeinbildenden Schulen aller Schularten und Schulstufen in Niedersachsen.

 

Altersgruppen

Die Teilnehmer am Wettbewerb werden in folgende fünf Altersgruppen eingeteilt:

 

Gruppe A:            3. Schuljahr

Gruppe B:            4. Schuljahr

Gruppe C:            5./6. Schuljahr

Gruppe D:            7./8. Schuljahr

Gruppe E:            9.-13. Schuljahr

 

Auswahl und Umfang der vorgelesenen Texte

Es können ausschließlich niederdeutsche Prosatexte vorgelesen werden. Die Texte können selbst ausgewählt werden. Eine Liste mit Quellen geeigneter Texte ist dieser Ausschreibung beigefügt. Die Vorlesezeit im Wettbewerb soll fünf Minuten pro Teilnehmer nicht überschreiten.

Texte, die Niederdeutsch oder Saterfriesisch herabwürdigen oder Alkohol und Drogen verharmlosen sind zu vermeiden.

Neue Kategorie: Klassen- und Gruppenbeiträge

Erstmals ist in diesem Jahr die Teilnahme von Klassen oder Gruppen mit gemeinschaftlich gelesenen Texten möglich. Dies kann in Form eines Bilderbuchkinos, (mehrsprachigen) Lesetheaters oder dialogischem Lesen geschehen.

Auch hier sollte die Länge des Beitrags fünf Minuten nicht übersteigen.

Der Schwerpunkt liegt auf dem Lesen. Eine szenische Gestaltung in Form von Sketchen oder kleinen Theaterstücken ist nicht vorgesehen.

 

Durchführung des plattdeutschen Lesewettbewerbs 2021

Der Lesewettbewerb wird in diesem Jahr auf zwei Ebenen durchgeführt.

  1. Schulebene

 In der ersten Phase des Wettbewerbs ermitteln die Schulen – je nach den aktuellen Bedingungen und Möglichkeiten – in jeder Altersgruppe ihre ersten, zweiten und dritten Sieger.

Die Zusammensetzung der Jury sowie die Form der Ehrung der Sieger bleibt den Schulen überlassen. Es wird empfohlen, für die Sieger Buchpreise oder CDs im Wert von etwa 12,50 € (1. Platz), 10,00 € (2. Platz) und 5,00 € (3. Platz) vorzusehen.

Die örtlichen Sparkassen sowie die Landschaftsverbände haben ihre Unterstützung für die Preisvergabe zugesagt. Die teilnehmenden Schulen werden gebeten, diesbezüglich mit den Obleuten der Landschaftsverbände oder den zuständigen Beraterinnen und Beratern für die Region und ihre Sprachen Niederdeutsch und Saterfriesisch im Unterricht der Regionalen Landesämter für Schule und Bildung Kontakt aufzunehmen.

Für die Sieger werden Urkunden zum Download zur Verfügung gestellt.

Sollten mehrere Klassen- oder Gruppenbeiträge präsentiert werden, werden ebenfalls innerhalb der jeweiligen Altersgruppen die ersten, zweiten und dritten Sieger ermittelt.

Auch hier ist die Form der Ehrung der Sieger den Schulen überlassen. Denkbar wäre ein Preis, der der ganzen Klasse oder Schule zugutekommt, etwa ein Zuschuss für die Klassenkasse oder eine besondere Aktion für die Klasse oder Schule. Auch hierbei können die Landschaftsverbände oder örtlichen Sparkassen unterstützend wirken.

Eine Beteiligung der Öffentlichkeit (Vorstellen der Teilnehmer/Sieger und ihrer Geschichten bei Schulveranstaltungen mit Eltern/Interessierten; Durchführung eines Plattdeutschen Nachmittages bzw. Abends, Vorlesen bei außerschulischen Veranstaltungen) wird in diesem Jahr allenfalls eingeschränkt möglich sein.

Eine Veröffentlichung in der lokalen Presse oder der Homepage der Schule ist kann hingegen ein wirksamer Beitrag zur Erhöhung der Akzeptanz sein.

  1. Einsenden der Siegerbeiträge in digitaler Form auf Landesebene

In diesem Jahr entfallen die Kreis-, Dezernats- oder Bezirksentscheide. Stattdessen findet ein Landesentscheid auf digitaler Ebene statt.

Die ersten Sieger der jeweiligen Altersgruppen haben die Möglichkeit, digital am Landesentscheid teilzunehmen. Dazu muss der entsprechende Beitrag digital aufgenommen und bis zum 1. Juni 2021 offiziell von den Schulen an folgende E-Mail-Adresse gesendet werden: plattdeutsch.wettbewerb2021@medienprojekte-niedersachsen.de .

Vor dem Lesebeitrag sollen die Schülerinnen und Schüler sich kurz auf Niederdeutsch vorstellen. („Ik heet … Ik bün … Johr old un kaam ut … Ik gah in de … Klass vun de … (School). Ik lees en Geschicht vun …   De Geschicht heet…“)

Für die Aufnahmen ist keine besondere technische Ausstattung erforderlich. Die Kamera oder das Diktiergerät eines Smartphones oder Tablets sind vollkommen ausreichend.

Bitte achten Sie darauf, dass keine störenden Hintergrundgeräusche die Tonqualität beeinträchtigen.

Für die Schüler hat es den Vorteil, dass sie nicht vor unbekanntem Publikum lesen müssen und die Aufnahme bei Lesefehlern mehrfach wiederholt werden kann.

Aufgrund des zu erwartenden Datenvolumens senden Sie bitte die Aufnahmen (in gängigen Formaten wie mp3, M4A oder mp4) an die o.g. Mailadresse mittels eines kostenlosen und frei zugänglichen Filehosting-Dienstes (z. B. WeTransfer), sodass der Beitrag per Link heruntergeladen werden kann.

Bitte senden Sie auch einen Scan des gelesenen Textes mit ein. Anmerkungen und Anpassungen an den örtlichen Dialekt dürfen gerne enthalten sein.

Ab dem 2. Juni 2021 sichtet eine Jury, die sich aus Beratern der Regionalen Landesämter für Schule und Bildung zusammensetzt, die Beiträge. Die besten Beiträge werden von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung mit Preisgeldern prämiert. Die Preisträger werden am 7. Juli 2021 auf www.nsks.de und www.schoolmester.de bekannt

gegeben.

 

 

 

Für Beratung und Klärung weiterer Fragen stehen Ihnen Andrea Schwarz (Andrea.Schwarz@rlsb.de) oder die für Ihre Region zuständigen Beraterinnen und Berater für die Region und ihre Sprachen Niederdeutsch und Saterfriesisch im Unterricht der Regionalen Landesämter für Schule und Bildung gern zur Verfügung. 

Der Plattdeutsche Lesewettbewerb wird gefördert durch die Niedersächsische Sparkassenstiftung, das Niedersächsische Kultusministerium, die Emsländische Landschaft, den Landschaftsverband Stade, den Landschaftsverband Südniedersachsen, den Landschaftsverband Weser-Hunte, den Lüneburgischen Landschaftsverband, die Oldenburgische Landschaft und die Ostfriesische Landschaft.

 

Foto via unsplash.com / Photo by Annie Spratt